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Rosa Fromm, geb. Sachs

   
geboren am 03.08.1881 in Würzburg
Straße  Wallgasse  4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortRiga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe ermordet
   
Rosa war die jüngste Tochter von Samuel Sachs (1843-1919), der in Burgpreppach geboren wurde und sich 1876 in Würzburg niederließ. Ihre Mutter Hannchen geb. Rosenbaum stammte aus Theilheim (1849-1889). Die Eltern hatten 1873 geheiratet und hatten vor ihr fünf Söhne und eine Tochter: Gustav (1874-1932), Benno (1875-1953), Victor (1876-1940), Simon (1877-1929) und Hedwig verh. Seckbach (1878-1941) und Heinrich (Jg.1880). Nach ihr kamen noch der Bruder Albert (1883-1916) und Elsa (Jg.1885) zur Welt. Letztere starb kurz nach der Geburt und einige Jahre danach auch Rosas Mutter.

Im Juni 1910 heiratete Rosa den Weinhändler Wilhelm Fromm, der in der Firma ihres Vaters zunächst als Lehrling, dann als Angestellter gearbeitet hatte. Am 27. Juni 1911 kam die Tochter Hilde zur Welt. Rosa und ihr Mann ließen Hilde eine gute Ausbildung zukommen. Hilde besuchte die Höhere Töchterschule, absolvierte eine Ausbildung als Sekretärin und machte Kurse an der ILBA in Würzburg. Dort lernte sie den Religionslehrer und Dozenten Selig Sigmund Auerbach kennen, den sie 1934 heiratete. Mit ihm verzog sie nach Recklinghausen, wo ihr Mann seine erste Stelle als Rabbiner antrat.

Im November 1935 zog das Ehepaar in die Theresienstraße 4 und das Geschäft wurde an den Haugerring 12 verlagert. Nur drei Jahr später mussten Wilhelm und Heinrich Fromm die Firma auflösen. Während des Novemberpogroms wurde ihr Mann verhaftet und anschließend ins KZ Buchenwald gebracht. Bald nach seiner Rückkehr starb unter ungeklärten Umständen in seinem Weinkeller. Ob sein Tod eine Folge der Haftbedingungen war oder ein Freitod, blieb im Dunkeln. Rosa musste anschließend die Wohnung aufgeben und lebte zunächst in der Reuterstraße 5 bevor sie in das „Judenhaus“ Konradstraße 3 umziehen musste.
Von dort wurde sie am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert, wo sie vermutlich bald darauf aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen oder bei den Massenerschießungen umkam.
Tochter Hilde gelang es nach dem Novemberpogrom 1938, mit ihrem Mann über Holland und England in die USA auszuwandern.
Ihre Geschwister Albert, Simon, Gustav waren schon vor der Nazizeit gestorben und Hedwig 1941. Victor emigrierte wahrscheinlich nach Südamerika, Heinrich ging 1909 nach Buenos Aires und scheint 1934 in Cordoba gewesen zu sein. Rosas Bruder Benno emigrierte Ende April 1939 nach London, wo er in ärmlichen Verhältnissen lebte.

Biographie erstellt September 2010, überarbeitet Januar 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 184 f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871547 (19.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg8.jpg (10.06.2016);
Stadtarchiv Würzburg, Einwohnermeldebögen Wilhelm Fromm und Samuel Sachs, Adressbücher 1900-1941, Grundlisten Wallgasse 4 und Theresienstr. 4 ;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Rosa Fromm und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (12.12.2017);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Suche nach Familienmitgliedern von Wilhelm Fromm bei Genealogy- Geni https://www.geni.com/people/Rosa-Fromm/6000000001800613191 (14.12.2017).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten
   
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