Margarete Schmitt

   
geboren am 03.07.1907 in Würzburg
Straße  Josefplatz  1
Stadtteil
Todesdatum29.01.1941
TodesortPirna-Sonnenstein
   
ledig, katholisch, Schneiderin
Eltern: Valentin ( Postoberschaffner) u. Margareta Schmitt; Josefsplatz 1; 5 Geschwister
kurze Zeit in Amerika gelebt 19.2.1928 Psych.Klinik WÜ Nr.23/28 - 5.6.1928 Werneck - 6.2.1929 Lohr - 3.10.1940 Großschweidnitz
24. 1. 1941 Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein
   
Margarete Schmitt wird am 3. 7. 1907 als Tochter des Postoberschaffners Valentin Schmitt und seiner Ehefrau Margareta in Würzburg geboren. Sie hat fünf Geschwister, zwei ältere Brüder, Julian und Johann Albrecht, einen jüngeren Brüder, Georg, eine jüngere Schwester, Antonia sowie eine weitere Schwester, Anna, aus der zweiten Ehe ihres Vaters.
Margarete ist ein ruhiges, anschmiegsames Kind, das in der Schule gute Noten erzielt.Sie erlernt den Beruf der Schneiderin und legt auch die Gesellenprüfung ab. Während dieser Zeit soll sie wiederholt über die Stränge geschlagen haben und wegen ihrer Männerbekanntschaften in Schwierigkeiten geraten sein.
Dies scheint auch der Grund dafür zu sein, dass ihre Tante sie nach 1925 zu sich nach Amerika holt. Dort führt sie ein unstetes Leben, soll einen Verlobten haben und wird krank. Sie wird schließlich wegen Geisteskrankheit aus Amerika ausgewiesen.
Am 18.2.1928 holt ihre Mutter sie in Bremen ab und bringt sie in die Psychiatrische Nervenklinik nach Würzbrg. Dort wird die Diagnose Schizophrenie gestellt. Auffallend sind ihre motorische Unruhe, unmotiviertes Lachen und Halluzinationen. Sie redet viel, oft zusammenhanglos, vermischt englische und deutsche Wörter, führt Selbstgespräche und verlangt immer wieder von ihrem Vater abgeholt zu werden.
Am 5.6.1926 wird Margarete in die Heil-und Pflegeanstalt Werneck eingewiesen und am 5.10.1928 wird vom Staatsanwalt ein Entmüdigungsverfahren eingeleitet, nachdem ein Gutachten ihre Geisteskrankheit und Geschäftsunfähigkeit bestätigt hat, zudem wird die Aussicht auf Heilung ausgeschlossen.
Am 6.2.1929 wird sie nach Lohr verlegt, wo sie sich immer mehr von anderen zurückzieht und sich weigert Arbeiten zu übernehmen.
Am 3.10.1940 wird Margarete Schmitt zunächst in die Landesanstalt Großschweidnitz gebracht und schließlich am 29.1.1941 in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, wo sie vermutlich noch am gleichen Tag ermordet wird.
   
Quelle Archiv des Bezirkskrankenhaus Lohr Sächs. Hauptstaatsarchiv 10822
Landesanstalt/Fachkrankenhaus Großschweidnitz Nr.156
Aufnahmenr.822
Stadtarchiv Würzburg Grundlisten, EMB,
Autorin / Autor Uta Bornefeld-Grüning
Paten Herr Josef Ludwig
   
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