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Andreas Treutlein

 
geboren am 24.08.1907 in Würzburg
Straße  Brücknerstraße  30
Stadtteil
Deportationsdatum10.12.1940
Todesdatum10.12.1940
TodesortGrafeneck
   
1.1.1934-10.2.1934 Psychiatrische Uniklinik Würzburg
10.2.1934-5.4.1940 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
05.10.-13.11.1940 Heil- und Pflegeanstalt Lohr
13.11.-10.12.1940 Staatliche Heilanstalt Weinsberg
10.12.1940 Grafeneck ermordet
   
Andreas Treutlein wird am 24. August 1907 in Würzburg geboren. Seine Eltern sind Kaspar und Dorothea Treutlein geborene Greßel. Der Vater ist Steinmetz.
Er wächst mit seinen drei Geschwistern Ullrich (Jg.1898), Margareta (Jg.1906)und Anna (Jg.1909) in Grombühl auf.
Später kommt das Pflegekind Anna Dorothea (Jg.1928)in die Familie.
Nach der Schule absolviert Andreas Treutlein eine Steinmetzlehre. Er wird als fleißig und tüchtig beschrieben. Im Jahre 1933 absolviert er einen sechswöchigen Aufenthalt bei "Landhilf" in Karlburg in der Nähe von Karlstadt. Landhilf war eine Art Arbeitsdienst für junge Erwachsene. Er war dort wohl in einer Gärtnerei beschäftigt.
In dieser Zeit hat er sich, laut Krankenakten, verändert. Es treten erste psychische Beschwerden auf. Auch körperlich geht es ihm nicht gut, aufgrund der schlechten Verpflegung.
Am 1. Januar 1934 wird er von seiner Schwester Margareta in die Psychiatrische Uniklinik in Würzburg gebracht, wo er bis 10. Februar bleibt.
Anschließend wird Anderas Treutlein in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck verlegt. In der Anfangszeit besucht ihn seine Mutter regelmäßig jeden Sonntag. Sie bittet in einem Brief vom 13.2.1934 um Verlängerung der Besuchszeit, dies wird abgelehnt. Mehr als eine halbe Stunde wird nicht gestattet.
Am 14.5.1934 wird ein Entmündigungsverfahren veranlasst, von wem ist nicht belegt. Der Bescheid aus Werneck lautet: Patient zur Zeit nicht geschäftsfähig, es besteht aber Aussicht auf Besserung, daher ist eine Entmündigung nicht nötig.
Am 08.05.1938 wird er vom Wehrbezirkskommando Bad Kissingen ausgemustert.
In Folge der Räumung Wernecks kommt Andreas Treutlein am 05.10.1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr. Er bleibt dort bis zum 13.11.
An diesem Tag wird er mit 100 weiteren Patienten in die Staatliche Heilanstalt Weinsberg gebracht. Seine Mutter bekommt ein Schreiben, dass ihr Sohn auf höhere Anweisung für ein halbes Jahr nach Weinsberg überführt werde. Es werden keine Gründe angegeben.
Am 10.12.1940 wird Andreas Treutlein zusammen mit anderen Männern in die Tötungsanstalt Grafeneck transportiert und am selben Tag ermordet.
   
Quelle Archiv des Bezirkskrankenhauses Lohr
Staatsarchiv Ludwigsburg F 235 III, Bü 876
Stadtarchiv Würzburg: Grundlisten
Autorin / Autor Gabriele Ulm
Paten Wirsberg-Gymnasium, Frau Angelika Schwarzer
   
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