Waldemar Winterstein

   
geboren am 27.09.1943 in Würzburg
Straße  Am Pleidenturm 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum16.03.1944
Todesdatum24.04.1944
TodesortAuschwitz
   
am 16.3.1944 nach Auschwitz deportiert und dort am 24.4.1944 ermordet
   
Waldemar Winterstein zweiter Sohn von Anneliese Winterstein (1924-1944), kam drei Jahre nach seinem Bruder Karl-Heinz im September 1943 in Würzburg zur Welt. Er lebte zusammen mit der Großfamilie, zu denen auch die Großeltern Karl (1896-1944) und Elisabeth (1903-1945) und weitere Verwandte gehörten am Pleidenturm 6. Sein Vater war Unteroffizier bei der Wehrmacht, der seine Mutter aufgrund der Nürnberger Gesetze nicht heiraten durfte. Ein entsprechender Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung kurz vor Waldemars Geburt wurde von den Behörden nicht angenommen.
Am vorgesehenen Deportationstermin befand sich der kleine Waldemar wegen einer Lungenentzündung in der Kinderklinik des Luitpoldkrankenhauses. Entgegen dem Rat des Arztes wurde der Säugling entlassen und zur Familie gebracht. So wurde der fünf Monate alte Säugling mit Bruder, Großeltern und weiteren Angehörigen am 13. März 1944 in das „Zigeunerlager“ Auschwitz deportiert. So konnte er die unmenschlichen Transport- und Lebensbedingungen in Zug und Lager nur kurz überleben. Am 24.4.1944 wurde er in Auschwitz ermordet.
Als sein Vater zum nächsten Fronturlaub in Würzburg war, war Anneliese Winterstein schon in Auschwitz und der Sohn Waldemar ermordet worden.Aus der engeren Verwandtschaft von Waldemar überlebte nur die Schwester seiner Mutter Eleonore Winterstein. Alle sechs Kinder der Familie hatten keine Überlebenschancen.
Biographie erstellt Juli 2006, überarbeitet Mai 2016
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akte 17421;
Roland Flade, Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer Würzburger Sinti-Familie im „Dritten Reich“, Schöningh Verlag, Würzburg 2008.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Das Wirsberggymnasium
   
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