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Ella Goldschmidt, geb. Frank

   
geboren am 03.07.1895 in Rödelsee, LK Kitzingen
Straße  Dominikanergasse 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
Todesortunbekannt
   
am 25.04.1942 nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin vermutlich bald darauf ermordet
   
Ella Frank kam als jüngstes von 10 Kindern des Religionslehrers Abraham Frank aus Rimpar (1849-1924) und seiner Ehefrau Fanny geb. Mayer (1883-1903) auf die Welt. Ihr Vater war über viele Jahre als Religionslehrer in der Gemeinde Rödelsee tätig gewesen, woher auch seine Frau stammte und dort ist auch Ella mit ihren neun Geschwistern aufgewachsen: David (Jg. 1873), Julius (Jg. 1875), Rosa verh. May (Jg.1876), Eva verh. Nathan (Jg. 1878), Moses (1879-1923), Josef (Jg.1883) Amanda verh. Schloß (1884-1929), Rosa verh. Stern (Jg.1886) und Helene verh. Hirschenberger (Jg.1888).
Über das Leben von Ella Goldschmidt ist wenig bekannt. Als ihre Mutter gestorben war, ist ihr Vater etwa 1911 im Ruhestand nach Würzburg gezogen und wohnte erst in der Weingartenstraße 39, dann in der Dominikanergasse 6. Dort ist auch Ella seit Anfang 1919 in der Grundliste eingetragen mit dem Beruf des Hausmädchens.
Wenige Jahre nach ihr zog auch Isaak Goldschmidt 1922 ein und im Dezember des gleichen Jahres haben sich die beiden verlobt. Sie hatten vier Kinder. Zuerst kam Fanny im August 1924 auf die Welt, im Februar 1928 der Sohn Manfred, dann im Januar 1932 die Tochter Thirza, nach der Mutter von Isaak Goldschmidt benannt, und als jüngster wurde Leopold im April 1935 geboren, der den Namen von Isaaks Vater erhielt.

Ob Ella in dieser Zeit neben ihren Aufgaben in der Familie auch im Schneiderbetrieb ihres Mannes oder im Kolonialwarengeschäft mitarbeitete, ist nicht bekannt. Auch über gesellschaftliche Aktivitäten, etwa im Rahmen der Israelitischen Gemeinde, wissen wir leider nichts.
Ella wurde zusammen mit ihrem Ehemann und den drei jüngeren Kindern am 25. April 1942 von der Bibrastraße 6 aus nach Krasniczyn bei Lublin deportiert und dort wahrscheinlich schon kurz nach ihrer Ankunft ermordet.

Die vier ältesten Geschwister waren bereits in den 90er Jahren in die USA ausgewandert. Der Bruder Moses, Augenarzt in Landsberg a.d.Warthe starb 1923, die Schwester Amanda 1929. Josef, von Beruf Metzger, emigrierte von Breisach aus 1940 mit Ehefrau Ida und Sohn Johannes nach Florida. Über den Lebensweg der Schwester Rosa wissen wir, dass sie in Ulrichsstein im Vogelsbergkreis mit Max Stern verheiratet war und drei Kinder hatte. Sie konnte mit ihrer Familie im Juni 1937 nach Argentienien auswandern. Helene Hirschenberger hat in Westheim bei Hammelburg gelebt, wo ihr Mann Arnold 1918 verstorben ist. Von dort ist sie mit Ziel USA verzogen. Als Opfer der Shoa ist sie nicht verzeichnet – ob sie das Land verlassen konnte oder vorher an anderem Ort gestorben sind, lässt sich nicht mehr ermitteln.
Biographie erstellt September 2006, überarbeitet September 2017.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 197;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de876021 (19.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa victims’ Names, The Central database of Shoa Victims´ Names, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=goldschmidt&s_firstName=ella&s_place=wuerzburg&itemId=1175820&ind=1&winId=-4211084214207550353 (19.05.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Ella Goldschmidt und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
Auskunft von Lorena Romanczyk, Einwohnermeldeamt der Stadt Hammelburg (20.9.2017);
Reinhard Thomas, Ulrichstein: Burg und Stadt, 1989, S. 215 u. 218, lt. Auskunft von Anke Prössl, Gemeinde Ulrichstein;
FamilySearch, Suche nach emigrierten Angehörigen der Familie,
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Frau Renate Jüstel, Herr Heinrich Jüstel
   
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