Klara Schäfer, geb. Weinstock

   
geboren am 28.04.1893 in (Bad) Neustadt/Saale
Straße  Franziskanergasse 12
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
Todesortunbekannt
   
am 25.04.1942 nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet
   
Klara Schäfer wurde am 28. April 1893 in Bad Neustadt geboren. Ihre Eltern waren Gottlieb Weinstock (1862-1931) und Rosa Weinstock, geb. Baum. (Jg.1871). Auch Ihr Bruder Max kam 1903 in Bad Neustadt in der Hohnstraße 11 auf die Welt, wo der Vater bis 1913 ein Bekleidungsgeschäft betrieb. Als Gottlieb Weinstock die Generalagentur des Allgemeinen Deutschen Versicherungsvereins übernahm, verzog die Familie im April 1914 in die Theodor-Körner-Straße 8 nach Würzburg. Nach dem Tod von Klaras Vater 1931 konnte ihre Mutter im September 1933 in die USA emigrieren, wo ihr Sohn Max schon seit 1929 lebte.

Klara heiratete im Jahr 1922 den Weinhändler Berthold Schäfer (Jg.1879) und lebte mit ihm in der Franziskanergasse 12. Das Haus war gemeinsames Eigentum von Berthold und seinen schon vor der Nazizeit in die USA emigrierten Brüdern Julius und Dr. Ernst Schäfer und Sitz der vom Vater Max Schäfer aufgebauten Weinhandlung. Das Ehepaar hatte keine Kinder.

1939 wurde Klara Schäfer denunziert, weil sie versucht haben soll, Fleisch ohne Marken einzukaufen. Im Verhör stellte sich heraus, dass sie nicht wusste, dass ihre Marken nur Schwerarbeitern zustanden und sie wurde verwarnt. Der Zwang die Firma aufzulösen, hohe Vermögensabgaben, Wohnungsdurchsuchungen, bei denen drei Zinnkrüge beschlagnahmt wurden, eine Geldstrafe wegen bar eingenommener Mieten, was als Devisenvergehen galt – mit solchen und weiteren Schikanen wurde die Lage für das Ehepaar immer bedrohlicher.

Am 25. April 1942 wurde Klara Schäfer von der Bibrastraße 6 aus zusammen mit ihrem Mann nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin höchstwahrscheinlich wenig später ermordet.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 11864, 11891;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1914-1933;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 502-503, 662;
Wiederentdeckte Gemeinden. Die verlorenen Juden von Bad Neustadt, http://www.judaica-badneustadt.de/de/page221/page1/weinstock.html (22.06.2016);
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/963246 (22.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1729356&ind=7 und http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=551959&ind=11 (22.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Nürnberg - Würzburg nach Krasniczyn, Abfahrtsdatum: 25.04.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg47.jpg (22.06.2016).

Foto: Gedenkblatt Yad Vashem.
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
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