36. Stolpersteinverlegung
Am Mittwoch, den 22. April 2026 wurden zum 36. Mal in Würzburg Stolpersteine verlegt.
Es begann mit einer Verlegung vor dem Röntgen-Gymnasium. Fritz Reinlein war ein ehemaliger Schüler der Oberrealschule (heute: Röntgen-Gymnasium), der durch die Nazi-Justiz wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt wurde. Im Februar 1945, kurz vor seinem Untergang, gilt dem NS-Regime schon als „Verräter“, wer auch nur leise Zweifel am „Endsieg“ äußert. Das Gymnasium gedenkt seiner vor dem Schuleingang.
Zur Verlegung von Stolpersteinen für das jüdische Ehepaar Spitzer reisten eigens Verwandte aus Hongkong an. Die Patenschaft für die beiden hatte die David-Schuster-Realschule übernommen. Das Gespräch mit dem Enkel brachte für die Klasse die Erkenntnis, dass auch heute noch Nachfahren einen Platz für die Erinnerung brauchen.
Drei Hilfsorganisationen hatten ebenfalls Patenschaften übernommen für Menschen, die Krankenmorden zum Opfer gefallen waren. Ergreifend war das Gedicht eines Paten, das darin endete: „Öfters denke ich bei mir, wär’s heut wie früher, wär´ich nicht hier.“
Nachmittags ging es in der Paradiesstraße um sowjetische Kriegsgefangene, die als Zwangsarbeiter in Würzburg arbeiten mussten und oft aus nichtigem Grund, erschossen wurden.

