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Georg Wölfel

   
geboren am 27.01.1907 in Neuhaus, Post Aufseß
Straße  Reurergasse 8
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum06.10.1940
Todesdatum06.10.1940
TodesortTötungsanstalt Pirna-Sonnenstein
   
ledig, kath., Möbelschreiner
16.07.1932 Psychiatrische Klinik Würzburg
09.08.1932 Heil- und Pflegeanstalt Werneck Nr. 6015
06.10.1940 Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein (Sachsen)
   
Georg wird am 27.1.1907 als Sohn des Landwirts Johann Wölfel und seiner Frau Kunigunde geborene Teufel in Neuhaus, Post Aufseß geboren. Wie schon sein älterer Bruder erhält auch er den Vornamen Georg. Er hat noch drei Brüder, Johann geb. 1902, Georg geb. 1903 und Pankraz geb. 1904, sowie zwei Schwestern, Anna geb. 1905 und Margareta geb. 1913. Als Georg 10 Jahre alt ist, fällt der Vater im ersten Weltkrieg. Die Mutter muss die Kinder allein großziehen.
Georg erlernt das Schreinerhandwerk. Der älteste Bruder Johann übenimmt den Hof und sein Bruder Pankraz wandert nach Paraguay aus.
Nachdem es zuhause Ärger gegeben hat, geht Georg auf Wanderschaft und kommt nach Würzburg. Zunächst arbeitet er in seinem Beruf, doch dann verliert er im Zuge der Weltwirtschaftskrise seine Arbeitsstelle und muss seinen Lebensunterhalt als Tagelöhner verdienen. Obwohl er täglich 10 bis 12 Stunden arbeitet, genügt sein Verdienst kaum zum Leben. Er muss auch beim Essen sparen, sodass er körperlich immer schwächer wird. Sein Arbeitgeber stellt ihm auf Nachfrage ein gutes Zeugnis aus.
Am Abend des 16. Juli 1932 wird Georg von der Polizei in Verwahrung genommen, nachdem diese von der Augenklinik angerufen worden war,\"dass dort ein Mann an die Pforte gekommen sei, der einen geistesgestörten Eindruck mache. Er rede ständig davon, daß er beichten müsse, sonst sei er verloren\". Die Polizei lässt ihn daraufhin wegen seiner Erregtheit in die Psychiatrische Klinik bringen.
Am 22. Juli beschließt der Stadtrat von Würzburg (Nr. 20556/32): Georg Wölfel \"ist wegen gemeingefährlicher Geisteskrankheit in einer Irrenanstalt zu verwahren\". Laut Gutachten des Bezirksarztes befindet er sich in einem Zustand ängstlicher Erregung, glaubt sich vom Teufel verfolgt, ist niedergeschlagen und hat versucht sich aus dem Fenster zu stürzen.
Nach einigen Wochen der Beobachtung wird er am 9. August mit der Diagnose Schizophrenie in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck gebracht. Hier lebt er bis zur Räumung der Anstalt im Oktober 1940.
Am 6.10. erfolgt sein Transport in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein in Sachsen, wo er nach der Ankunft ermordet wird.
   
Quelle Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Abt. 631a, Nr. 1284b
Standbuch des Bezirkskrankenhauses Werneck
Universitätsarchiv Würzburg KL 326/1931
Stadtarchiv Würzburg Grundlisten
Archiv der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld
Autorin / Autor Inge Kaesemann
Paten
   
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