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Georges Ciercoles

 
geboren am 07.01.1922 in Bedarieux, Frankreich
Straße  Friesstraße/Ecke Zwerchgraben 
Stadtteil Frauenland
Todesdatumunbekannt
Todesortunbekannt
   
   
Georges Ciercoles wird am 7. Januar 1922 in Bedarieux geboren, ein Ort im französischen Departement Herault. Er ist katholischer Konfession und bis zu seiner Befreiung und Rückkehr nach Frankreich ledig. Ciercoles besucht 7 Klassen Volksschule und absolviert anschließend eine dreijährige Lehre als Schreiner. Nach seiner Ausbildung arbeitet er in seinem Beruf, leistet vom 9. März 1942 bis 30. Oktober 1942 seinen Arbeitsdienst ab und ist danach wieder als Schreiner beschäftigt.

Am 9. März 1943 wird Ciercoles aufgrund der Dienstverpflichtung zum Arbeitseinsatz vermutlich mit einem Sammeltransport nach Würzburg überstellt. Hier vermittelt ihn das hiesige Arbeitsamt an eine Möbelfirma in der Eppstraße 10/12 der Zellerau. Untergebracht wird er gemeinsam mit vielen seiner Landsleute und Arbeitern aus anderen europäischen Ländern im Gemeinschaftslager Mainau-Eppstraße der Deutschen Arbeitsfront (DAF) am Ende der heutigen Frankfurter Straße unterhalb des Geländes der Würzburger Bürgerbräu.

Der Abwehrstelle im Wehrkreis XIII vom 26. Juni 1944, zuständig für die Postüberwachung ausländischer Arbeiter fällt auf, dass Ciercoles in einem Brief schildert, dass er eine Krankheit vorgetäuscht habe. Daraufhin stellt der Gestapo-Beamte am 3.Juli 1944 den Antrag auf Anordnung der Einweisung in ein Konzentrationslager. Am 11. Juli 1944 erfolgt daher die Festnahme Ciercoles als politischer Häftling durch die Gestapo. Noch am gleichen Tag wird auf der Dienststelle in der Ludwigstraße 2 der Personalbogen mit allen relevanten Daten zu Familie und Person erstellt, anschließend kommt er dann wegen staatsabträglichen Verhaltens ins Gestapo-Notgefängnis.
Das Protokoll seiner Vernehmung am 14. Juli 1944 in der Friesstraße enthält sein Geständnis, dass er sich arbeitsunwillig verhalten und dreimal grundlos habe krankschreiben lassen, sowie seine Erklärung dass er bereit sei, seine Strafe auf sich zu nehmen. Die Inschutzhaftnahme und Einweisung in ein KZ kann er mit Argumenten nicht mehr verhindern. Das amtsärztliche Zeugnis vom 21. Juli 1944 attestiert, dass die Untersuchung keine Anzeichen von sichtbaren Krankheiten, Mängeln und Gebrechen ergeben habe. Der Untersuchte sei haft-, transport-, arbeits- und lagerfähig.

Am 6. Oktober 1944 überstellt man Ciercoles über München ins KZ Dachau. Bereits am 27. Oktober 1944 wird er von dort direkt nach Bad Gandersheim in das Außenlager des KZ Buchenwald transportiert. Er erhält die Buchenwaldnummer 94311. Nach Auflösung dieses Lagers Anfang April 1945 schickt man die Häftlinge auf einen Todesmarsch zunächst in Richtung Harz und dann in Richtung tschechische Grenze.

Georges Ciercoles überlebt den Marsch, wird im April 1945 in der Tschechoslowakei befreit und kehrt in seine Heimat zurück.
   
Quelle Informationen der KZ-Gedenkstätte Buchenwald;
Informationen der KZ-Gedenkstätte Dachau;
La Mémoire de la Déportation, http://www.bddm.org/liv/recherche.php;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapo 19138.
Autorin / Autor Alexander Kraus, Ingrid Sontag
Paten Die Goethe-Mittelschule, Klasse 8a, Frau Elisabeth Haberzettl
   
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