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Stanislaw Czop

 
geboren am 14.11.1920 in Pruchnik, Polen
Straße  Friesstraße/Ecke Zwerchgraben 
Stadtteil Frauenland
Todesdatum07.01.1945
TodesortKZ Flossenbürg, Außenlager Leitmeritz
   
zwischen Juni 1942 und Oktober 44 mehrfach im Gestapo-Notgefängnis in Haft, am 24.11.1944 ins KZ Flossenbürg transportiert, von dort ins Außenlager Leitmeritz-Elsabe und dort ermordet
   
Stanislaw Czop wird am 14. November 1920 in Pruchnik geboren, das im Kreis Jaroslaw in Polen liegt. Er ist Katholik und ledig. In seinem Geburtsort besucht er vier Klassen Volksschule und ist anschließend sowohl im elterlichen Schuhgeschäft, als auch bei anderen Schuhmachern als Schuhmachergehilfe tätig. Czop hat eine Schwester, die im Jahre 1944 in Berlin arbeitet.

Nachdem sich Czop in Rzeszow freiwillig gemeldet hat, kommt er im Juni 1940 mit einem Sammeltransport zum Arbeitseinsatz nach Würzburg. Hier vermittelt ihn das Würzburger Arbeitsamt zunächst nach Duttenbrunn und am 17. September 1940 zu einer Einsatzstelle nach Lindflur.

Am 22. Juni 1942 schreibt man ihn wegen unerlaubten Verlassens des Arbeitsplatzes zur Fahndung aus und Beamte der Schutzpolizei nehmen ihn noch am selben Tag im Würzburger Ringpark an der Bismarckstraße fest. Dabei trägt er nicht das obligatorische „P“-Abzeichen. Anschließend wird er im Gerichtsgefängnis Würzburg inhaftiert.
Ein Gestapo-Beamter erstellt am 26. Juni 1942 den Personalbogen und führt das Verhör durch. Czop sagt aus, dass er Schuhmacher sei und er die landwirtschaftlichen Arbeiten nicht gut verrichten könne. Er habe seinen Arbeitsplatz verlassen, weil er ohne ausreichende Verpflegung geblieben und ständig von seinem Bauern geschimpft und einmal geschlagen worden sei. Dieser habe ihn zum Arbeitsamt geschickt, das aber nachmittags geschlossen war. Nun werde er nach Lindflur zurückkehren. Die Vernehmung endet mit der üblichen strengsten Verwarnung und dem Hinweis auf Einweisung in ein Konzentrationslager bei erneutem Verlassen des Arbeitsplatzes.
Stanislaw Czop wird am folgenden Tag aus der Haftanstalt in der Ottostraße entlassen und dem Arbeitsamt Würzburg zur weiteren Vermittlung überstellt.

Wie aus einer Meldung der Schutzpolizei vom 6. Juli 1942 hervorgeht, verlässt Czop erneut seine Arbeitsstelle, die sich inzwischen bei einem Bauern in Effeldorf befindet. Er meldet sich beim Arbeitsamt in Würzburg und bittet um seine Umvermittlung zurück nach Lindflur. Noch am gleichen Tag kommt er abermals als politischer Gefangener wegen Verlassens des Arbeitsplatzes in Haft. Laut Vernehmungsprotokoll vom 10. Juli 1942 gibt Czop folgende Gründe für sein Weggehen an: Die Unterkunft sei dunkel und schlecht und die Verpflegung sehr schlecht gewesen. Außerdem könne er nicht mit Pferden umgehen, was seinen Bauern immer sehr erzürnt habe. Er wolle gerne nach Duttenbrunn oder nach Lindflur. Eine abschließende schärfste Verwarnung belehrt ihn, dass er bei erneuter Beanstandung mit der unweigerlichen Einweisung in ein Konzentrationslager rechnen müsse.

Czop wird am 20. Juli 1942 aus der Polizeihaft entlassen und wieder an das Arbeitsamt Würzburg überstellt, das ihn in das Gemeinschaftslager der Deutschen Arbeitsfront Mainau-Eppstrasse schickt.
Am 6. Oktober kommt es zur erneuten Festnahme und Inhaftierung im Gestapo-Notgefängnis, diesmal wegen deutschfeindlichen Verhaltens. Laut Vernehmungsprotokoll, erstellt in der Gestapo-Außenstelle in der Ludwigstraße 2, bestreitet Czop vehement alle Vorwürfe und betont, dass er weder Bestrebungen habe, die Sowjetunion zu unterstützen noch die Sicherheit des Deutschen Reiches zu gefährden. Am 9. Oktober 1944 sagt ein V-Mann aus, dass es sich bei Czop um einen Kommunisten handle und zwei Tage später beschuldigt ihn ein Arbeits- und Lagerkollege, dass er dem Kommunismus zugeneigt sei.
Die amtsärztliche Untersuchung bescheinigt Czop am 19. Oktober 1944, keine Anzeichen von sichtbaren Krankheiten, Mängeln und Gebrechen zu besitzen und stellt Haft-, Transport-, Arbeits- und Lagerfähigkeit fest. Es folgen die Ausfertigung des Personalbogens und der Antrag auf Inschutzhaftnahme und Einweisung in ein KZ.

Am 23. November 1944 wird Czop mit einem Sammeltransport via Nürnberg ins KZ Flossenbürg transportiert. Bei der Registrierung am 27. November 1944 erhält er die Haftnummer 37882. Später verlegt man ihn in das Außenlager Leitmeritz, Elsabe.

Dort wird Stanislaw Czop am 07. Januar 1945 ermordet.
   
Quelle Informationen der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapo 19270.
Autorin / Autor Alexander Kraus, Ingrid Sontag
Paten
   
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