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Franz Kocher

   
geboren am 01.11.1914 in Weglowice, Polen
Straße  Friesstraße/Ecke Zwerchgraben 
Stadtteil Frauenland
Todesdatum06.04.1943
TodesortKZ Flossenbürg
   
am 27. Januar 1943 wegen ‚Asozialen Verhaltens' verhaftet, am 29. Januar 1943 ins KZ Flossenbürg gebracht und dort am 6. April ermordet
   
Der Pole Franz (Franciszek) Kocher wird am 1. November 1914 in Weglowice (Kohle Dorf), Kreis Tschenstochau geboren. Er stammt aus einer der Gründerfamilien dieses Dorfes. Die Familie war Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Elsass zugewandert. Von 1923 bis 1928 besucht er die Volksschule seines Heimatortes. Anschließend ist er in der elterlichen Landwirtschaft tätig. Von 1933 bis Kriegsausbruch arbeitet er in einer Ziegelei. Da er 1937 an einer Lungenentzündung erkrankt, ist er nach einer Operation für den Militärdienst untauglich. Zur Zeit des Kriegsausbruchs 1939 lebt er bei seinen Eltern.
Im Oktober 1939 wird er erfasst und im November bringt man ihn dann mit einem Sammeltransport zum Arbeitseinsatz nach Würzburg. Zunächst vermittelt ihn das Arbeitsamt als Landarbeiter nach Birkenfeld und, nachdem er seinen Arbeitsplatz unerlaubt verlassen hatte, am 14. November 1939 zu einem Gartenbaubetrieb nach Lengfeld, wo er auch untergebracht ist.
Am 3. Februar 1940 erreicht die Gestapo-Außenstelle Würzburg ein Schreiben des Arbeitsamts, wonach Kocher an dieser Arbeitsstelle sehr faul sein solle und den Chef tätlich angegriffen habe und beantragt daher die Verhaftung und Belehrung von Kocher. Noch am selben Tag erfolgt seine Inhaftierung im Gerichtsgefängnis in der Ottostraße. Im Vernehmungsprotokoll vom 21. Februar 1940 ist festgehalten, dass Kocher die Vorwürfe bestreitet. Das Verhör endet mit der strengsten Verwarnung und der Eröffnung bei neuerlicher Beanstandung mit der Einweisung in ein Konzentrationslager rechnen zu müssen. Danach wird er aus der Polizeihaft entlassen. Am 9. März 1941 muss er wegen des Verlassens des Arbeitsplatzes ein Zwangsgeld von 10.- RM als Strafe bezahlen.
Im Juli 1941 erstattet eine Gutspächtersehefrau aus Zell Anzeige wegen Sabotage. Umfangreiche Ermittlungen wegen dieses Verdachts ergeben keinen hinreichenden Nachweis, so dass sie am 24. November 1941 eingestellt werden. Im Dezember 1941 wird Kocher an seiner Einsatzstelle abgeholt und als Landarbeiter in eine Mühle, zwischen Ingolstadt und Sulzdorf im Landkreis Ochsenfurt vermittelt, wo auch seine Unterbringung erfolgt.
Am 19. Dezember 1942 erstellt der Gendarmerie-Posten Giebelstadt aufgrund der Anzeige des Schwagers der Bauerswitwe ein Protokoll. Kocher soll Unzucht mit einem Jungrind getrieben haben und nennt eine Zeugin. Die Witwe bittet um Austausch von Kocher. Daraufhin wird er am 27. Januar 1943 als politischer Gefangener verhaftet und am selben Tag wegen asozialen Verhaltens im Gestapo-Notgefängnis inhaftiert. Im Rahmen der Inhaftierung kommt er zur Entseuchung in die Städtische Entseuchungsanstalt am Mittleren Steinbergweg. – Dies war üblich bei neu ankommenden Häftlingen, da viele Gefangene mit Ungeziefer, wie Läusen und Wanzen verseucht waren. Bereits am 29. Januar 1943 liefert man Kocher ohne weitere Maßnahmen mit einem Sammeltransport ins KZ Flossenbürg ein und registriert ihn am gleichen Tag unter der Haftnummer 3990.
Franz Kocher kommt etwa zwei Monate später am 6. April 1943 unter ungeklärten Umständen im Alter von 28 Jahren ums Leben.

more information in other languages available pl Franz (Franciszek) Kocher pochodził z Polski. Urodził się 01.11.1914 r. w Węglowicach k. Częstochowy (Nazwisko Kocher pojawia się wsród założycieli wsi Węglowice, którzy na przeł. XVIII/XIX w. przybyli tu z Alzacji (Oberrödern)). Po skończeniu szkoły powszechnej pracował w rolnictwie i w cegielni. Po ciężkiej chorobie był niezdolny do służby wojskowej. Zaraz po wybuchu wojny w październiku 1939 r. został schwytany i wywieziony do Niemiec na roboty przymusowe. Pracował m. in. w ogrodnictwie i rolnictwie (Lengfeld, Zell a pod koniec w Sulzdorf). Na podstawie różnych oskarżeń, często kompletnie wymyślonych, kilkakrotnie aresztowany i straszony karami. Po ostatnim donosie aresztowany 27-go stycznia 1943 r. i przetrzymywany w prowizorycznym więzieni Gestapo z powodu „aspołecznego zachowania“. Adnotacja w aktach o „potrzebie dezynfekcji“ świadczy o katastrofalnych warunkach higienicznych w tut. wiezieniu. Dwa dni po aresztowaniu, bez weryfikacji zarzutów, przewieziony do obozu KZ Flossenbürg, zmarł 6-go kwietnia 1943 r. w niewyjaśnionych okolicznościach. (Übersetzung der Kurzfassung ins Polnische von Beata Surdyka und Dr. Ursula Kolat)
   
Quelle Informationen der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapo 20120.
Autorin / Autor Alexander Kraus, Ingrid Sontag
Paten Herr Dr. Matthias Bartsch, Frau Ursel Bartsch
   
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