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Pawel Rewega

 
geboren am 08.03.1902 in Romaszowka, Ukraine
Straße  Friesstraße/Ecke Zwerchgraben 
Stadtteil Frauenland
Todesdatum09.03.1943
TodesortKZ Flossenbürg
   
am 24.08.1942 wegen Mordverdachts verhaftet und trotz Einstellung des Verfahrens am 18.1.1943 ins KZ Flossenbürg gebracht, wo er am 9. März ermordet wird.
   
Pawel Rewega wird am 8.März 1902 im ukrainischen Romaszowka, Kreis Czertkow geboren. Er ist orthodoxer Konfession und mit Maria, geb. Koca, verheiratet.
Am 1. März 1942 kommt er nach freiwilliger Meldung mit einem Sammeltransport zum Arbeitseinsatz ins Deutsche Reich nach Würzburg. Das hiesige Arbeitsamt vermittelt ihn zu einem Bauern nach Gerbrunn.
Am 21. August 1942 begeht Rewega durch eigenmächtiges Verlassen des Arbeitsplatzes sogenannten Arbeitsvertragsbruch, wird bereits am selben Tag in Nordheim aufgegriffen und in Volkach in Polizeihaft genommen. Nach seinem Rücktransport nach Würzburg vernimmt man ihn am 22. August 1942 und hält im Protokoll fest: Rewega habe seinen Arbeitsplatz verlassen, weil er von seinem polnischen Arbeitskameraden geschlagen worden sei. Er sei bereit, an seinen alten Arbeitsplatz zurückzukehren, wenn der Pole dementsprechend belehrt würde. Die Vernehmung schließt mit der obligatorischen schärfsten Verwarnung und der Androhung, bei neuerlichem Verlassen des Arbeitsplatzes in ein Konzentrationslager eingewiesen zu werden.
Nach seiner Freilassung kommt er an seinen alten Arbeitsplatz. Am 24. August 1942 sendet der Gendarmerie-Posten Würzburg der Gestapo-Außenstelle Würzburg eine Mitteilung wegen Verdachts der schweren Körperverletzung des Rewega an einem Polen. Dieser sei in seinem Bett bewusstlos und blutüberströmt mit einer schweren Schädelverletzung aufgefunden worden. Der Arzt aus Randersacker habe die Einweisung ins Staatliche Luitpoldkrankenhaus angeordnet, wo das Opfer nach seiner Einlieferung an seiner Verletzung verstorben sei. Daraufhin erfolgt noch am selben Tag die Festnahme und Inhaftierung von Rewega in der Haftanstalt Würzburg wegen Mordes. Nach entsprechenden Ermittlungen wird das Verfahren, vom Sondergericht in Würzburg geführt, wegen Mangels an Beweisen eingestellt und der Haftbefehl aufgehoben. Dies dokumentiert eine Aktennotiz vom 26. Januar 1943.
Rewega wird aus der Polizeihaft entlassen, aber am 2. Dezember 1942 sofort wieder von der Gestapo-Außenstelle Würzburg festgenommen und im Gestapo-Notgefängnis inhaftiert. – Die Gestapo hatte die Möglichkeit einen Angeklagten in Polizeihaft zu nehmen und über ihn zu verfügen, wenn ein Gerichtsverfahren keine angemessene Verurteilung versprach oder eine Bestrafung nicht angemessen genug erschien. „Am 18.1.1943 wurde er gemäss Erlass des Chefs der Sipo und des SD vom 17.12.1942 BNr. IV – 656/42g in das KL.-Flossenbürg eingeliefert." Dieser Erlass hatte zum Ziel in kürzerer Zeit weitere 350.000 arbeitsfähige Häftlinge für Konzentrationslager zu generieren. Daher verfügte der Chef der Sicherheitspolizei, Fremdarbeiter bei Vertragsbruch sofort in das nächste KZ einzuweisen und Arbeitserziehungslager und Haftanstalten nach arbeitsfähigen Häftlingen zur Überstellung in ein Konzentrationslager zu durchsuchen. Das amtsärztliche Zeugnis vom 18. Dezember 1942 bescheinigt: „Die Untersuchung ergab außer Schwachsinn mäßigen grades keine Anzeichen von Krankheiten, Mängeln und Gebrechen. Der Untersuchte ist haft-, transport-, arbeits- und lagerfähig.“ So folgt am 18.1.1943 Rewegas Einlieferung und Registrierung im KZ Flossenbürg.

Pawel Rewega verstirbt nach Angaben der Kommandantur des KZ Flossenbürg am 9. März 1943 an Herzinsuffizienz.
   
Quelle Informationen der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapo 22679;
Geschichtswissenschaft im Internet, https://www.historicum.net/de/themen/zwangsarbeit-rhein-erft-rur/zeitleiste/.
Autorin / Autor Alexander Kraus, Ingrid Sontag
Paten
   
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