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Albert Creach

 
geboren am 15.07.1913 in Rora, Italien
Straße  Friesstraße/Ecke Zwerchgraben 
Stadtteil Frauenland
Todesdatum02.02.1945
TodesortKZ Mauthausen, Außenlager Melk
   
am 04.06.1944 verhaftet, am 31.08. ins KZ Dachau, am 14.09.1944 ins KZ Mauthausen transportiert und dort im Außenlager Melk ermordet
   
Am 15. Juli 1913 wird Albert Creach in Rora in Italien geboren. Später siedelt er nach Frankreich um, nimmt die französische Staatsangehörigkeit an und lebt zuletzt in Marseille. Er ist ledig und evangelischer Konfession. Creach besucht 6 Klassen Volksschule und ist anschließend, bis zu seinem 18. Lebensjahr, als Büroangestellter tätig, danach als Gelegenheitsarbeiter. Als Spätfolge einer Typhus-Erkrankung leidet er unter Kehlkopfkatharr.

Am 2. Mai 1944 meldet er sich freiwillig zum Arbeitseinsatz ins Deutsche Reich. So kommt er nach Würzburg und wird vom zuständigen Arbeitsamt – damals in der Schweinfurter Straße 2 ansässig - zu einer Firma in der Nürnberger Straße vermittelt. Untergebracht ist er gemeinsam mit vielen seiner Landsleute und Arbeitern aus anderen europäischen Ländern im Gemeinschaftslager Mainau-Eppstraße der Deutschen Arbeitsfront (DAF) am Ende der heutigen Frankfurter Straße unterhalb des Geländes der Würzburger Bürgerbräu.

In einem Schreiben des DAF-Lagerführers vom 4. Juni 1944 an die Gestapo klagt dieser, Creach sei zweimal mehrere Tage lang nicht zur Arbeit gegangen und habe sich auch nicht krank gemeldet. Außerdem seien bei ihm zweimal Landkarten und einmal Fahrkarten gefunden worden. Er soll auch Fluchtabsichten geäußert haben.
Noch am selben Tag erfolgt Creachs Festnahme als politischer Gefangener und seine Inhaftierung im Gestapo-Notgefängnis wegen Arbeitsverweigerung und Fluchtversuchs.
Das Vernehmungsprotokoll vom 8. Juni 1944 dokumentiert seine Aussage, dass ihm bei der Arbeit eine Sauerstoffflasche auf den Fuß gefallen und er daraufhin vom Lagerarzt krankgeschrieben worden sei. Danach habe er wieder Beschwerden im Fuß gehabt und sei deswegen nicht zur Arbeit gegangen. Beim Lagerführer habe er sich nicht gemeldet, weil er die Vorschrift nicht gekannt habe. Die gekauften Fahrkarten nach Frankfurt und Stuttgart habe er dann doch nicht benutzt und die erworbenen Landkarten hätten nichts mit einer Flucht zu tun. Das Verhör endet mit der schärfsten Verwarnung wegen seines arbeitsunwilligen Verhaltens und der Eröffnung, dass er bei erneuter Beanstandung mit den strengsten staatspolizeilichen Maßnahmen, evtl. der Einweisung in ein Konzentrationslager rechnen müsse.

Dies passiert dann auch: Am 23. Juni 1944 erstellt der zuständige Gestapo-Beamte den Personalbogen mit allen relevanten Daten zu Familie und Person und unmittelbar danach erfolgt die Eröffnung der beabsichtigten Inschutzhaftnahme und Einweisung in ein Konzentrationslager. Creach gibt zu Protokoll, die Einweisung würde für ihn eine große Härte bedeuten. Er habe früher wenig gearbeitet, sei die Arbeit nicht gewöhnt, würde sich aber in Zukunft bessern.
Das amtsärztliche Zeugnis vom 27. Juni 1944 bescheinigt Creach, dass die Untersuchung außer verringertem Kräftezustand keine Anzeichen von sichtbaren Krankheiten, Mängeln und Gebrechen ergeben habe und erklärt ihn für haft-, transport-, arbeits- und lagerfähig.
Bald darauf erfolgt ein entsprechender Antrag beim Reichssicherheitshauptamt (RSHA) in Berlin, das den Erlass auf Einweisung in ein KZ am 5. August 1944 bestätigt.
>br> Am 31. August 1944 wird Albert Creach mit einem Sammeltransport ins KZ Dachau transportiert. Bei seiner Registrierung am 02. September 1944 erhält er die Zugangs-Nummer 97970. Wenig später am 14. September 1944 überstellt ihn die SS-Verwaltung ins KZ Mauthausen und von dort weiter ins Außenlager Melk.

Albert Creach wird am 2. Februar 1945 in Melk ermordet.
   
Quelle Informationen der KZ-Gedenkstätte Dachau;
Informationen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen;
La Mémoire de la Déportation, http://www.bddm.org/liv/recherche.php;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapo 19206.
Autorin / Autor Alexander Kraus, Ingrid Sontag
Paten
   
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