zurück

Georg Wölfel

 
geboren am 28.05.1903 in Neuhaus, Post Aufseß
Straße  Reurergasse 8
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum10.12.1940
Todesdatum10.12.1940
TodesortGrafeneck
   
led., kath., Tüncher
19.10.1931 Städt. Heil- und Pflegeanstalt St. Getreu, Bamberg
13.02.1932 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
05.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Lohr
13.11.1940 Heilanstalt Weinsberg/ Baden-Württemberg
10.12.1940 Tötungsanstalt Grafeneck
   
Georg wird am 28. Mai 1903 als zweiter Sohn des Landwirts Johann und seiner Ehefrau Kunigunde geb. Teufel in Neuhaus, Bezirksamt Ebermannstadt geboren. Er hat noch die drei Brüder Johann geb. 1902, Pankraz geb. 1904 und Georg geb. 1903, sowie zwei Schwestern, Anna geb. 1905 und Margareta geb. 1913. Da der Vater 1917 im ersten Weltkrieg fällt, muss die Mutter den Hof führen und die sechs Kinder allein großziehen.
Georg besucht die Volksschule und erlernt den Beruf des Tünchers.
Nach Auskunft der Mutter verlässt er im April 1931 nach Ostern den elterlichen Bauernhof um sich in Würzburg, wo sein gleichnamiger Bruder Georg inzwischen wohnt, Arbeit zu suchen. Dies scheint nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein und so zieht er nach Effeldorf weiter, da ein weiterer Bruder in der Nähe wohnt. Im Oktober behauptet er plötzlich, er müsse auf Wanderschaft gehen, und fährt ohne Geld nach Bamberg zur Mariahilfanstalt, in der früher seine Schwester untergebracht war. Seine Familie wird benachrichtigt, aber bis sie kommt, ist er schon wieder nach Stegaurach weitergezogen.
Von dort wird er, da er auf einer Wiese predigt, seine Sachen weggeworfen hat und phantastische Dinge erzählt, auf Anordnung des Bürgermeisters von der Polizei in die Anstalt St. Getreu in Bamberg eingeliefert. Er leidet unter Verfolgungsangst und religiösen Wahnvorstellungen.
Als sich sein Zustand nicht bessert, überführt man ihn am 13.02.1932 mit der Diagnose Schizophrenie in die unterfränkische Heil- und Pflegeanstalt Werneck. Hier bleibt er bis zur Räumung der Anstalt im Oktober 1940.
Am 5. Oktober wird er in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr gebracht. Da die Anstalt Lohr aber durch die vielen Zugänge aus Werneck hoffnungslos überfüllt ist, erfolgt am 13. November ein letzter Transport von 101 Patienten in die Zwischenanstalt Weinsberg.
Fast alle männlichen Patienten dieses Transports bringt man am 10.Dezember 1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck, wo sie gleich nach der Ankunft vergast werden. Unter ihnen befindet sich auch Georg Wölfel.
   
Quelle Archiv des Bezirkskrankenhauses Lohr
Standbuch des Bezirkskrankenhauses Werneck
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Abt. 631a Nr. 1639
Universitätsarchiv Würzburg KL 326/1931
Archiv der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld
Autorin / Autor Inge Kaesemann
Paten
   
zurück