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Paula Dannenberg

   
geboren am 12.05.1888 in Ziegenhain
Straße  Franziskanergasse 4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRegion Lublin
   
am 25.04.1942 nach Krasnystaw deportiert und in einem der Vernichtungslager der Region Lublin ermordet
   
Paula Dannenberg wurde am 12. Mai 1888 im nordhessischen Ziegenhain bei Schwalmstadt geboren. Sie war das jüngste von fünf Kindern des Kaufmanns Louis Dannenberg (1849-1904) und seiner Frau Jettchen, geb. Rothfels (1849-1924) aus Ronshausen. Ihre vier Geschwister waren Bernhard (Jg. 1877), Frieda (1879-1944), Siegmund (Jg.1881) und Emilia (Jg.1884).
Als die Eltern ca. 1897 mit ihr nach Kassel zogen, war sie knapp 10 Jahre alt. Der Bruder Bernhard war bereits 1896 nach Kasel gegangen und von dort zum Militär eingezogen worden. Ihre Schwester Frieda kam 1898 von Gelsenkirchen zur Familie nach Kassel. Paula erlernte den Beruf der Kontoristin und wohnte bis 1912 bei den Eltern bzw. nach dem Tod des Vaters bei der Mutter an wechselnden Adressen.
Von 1912–1914 ist in der Einwohnermeldedaten Kassels ein Aufenthalt in London verzeichnet, offensichtlich zusammen mit den beiden Geschwistern Bernhard und Frieda. Die näheren Umstände dieses Aufenthalts sind nicht bekannt. Zwischen 1914 und 1917 wohnte sie wieder in Kassel, ging von dort nach Brüssel und dann nach kurzem Aufenthalt in Kassel nach Köln. Möglicherweise hing das mit Verwandtschaft der Mutter zusammen, die in Köln lebte.
Im Jahr 1931 wohnte sie dann wieder zusammen mit den Geschwistern Bernhard und Frieda, von Beruf Konditor bzw. Verkäuferin, im Grünen Weg 44 in Kassel. Von dort zog sie 1935 nach Verden, wo sie bei Bertha Lehmann vermutlich als Dienstmädchen arbeitete.
Im Dezember 1936 kommen die Geschwister Paula, Bernhard und Frieda nach Würzburg in die Franziskanergasse 4, wo der Bruder unter der gleichen Adresse die Bäckerei mit Kaffeeausschank von Max Mayer führen sollte, der inhaftiert worden war. Im Jahr 1938 steht Bernhard im Gewerbeverzeichnis des Würzburger Adressbuchs als Inhaber dieser Bäckerei, danach nicht mehr. Sicher ist, dass die drei Geschwister im November 1938 von der Franziskanergasse 4 in die Bibrastraße 2 ½ und bald darauf von dort in die Domstraße 68 ½ umziehen mussten. Die Bäckerei war da schon lange geschlossen worden und man weiß nicht, wie die drei Geschwister ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten.
Bis März 1942 lebten Bernhard und Paula in der Bibrastraße 6, von wo aus sie im April 1942 in den Raum Lublin deportiert wurden. Dort verlieren sich die Spuren und beide wurden für tot erklärt.

Die Schwester Frieda kam im September des gleichen Jahres nach Theresienstadt, wo sie am 2. März 1944 starb.
Über den Lebensweg der beiden Geschwister Emilia und Siegmund ist nichts mehr herauszufinden. Vermutlich sind sie bereits im Kindesalter gestorben, da im Verzeichnis der Ziegenhainer Juden keine Informationen über ihre Existenz vorhanden sind.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger 1900-1945, Würzburg Juden 1989, Bd. I, S.118;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de850392 (30.06.2018);
Statistik und Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg44.jpg, (10.06.2018);
Hessisches Staatsarchiv Marburg, Standesamt Ziegenhain Geburtsnebenregister 1877, 1879. 1881, 1884, 1888, http://dfg-viewer.de (30.6.2018);
Namen und Schicksale der Juden Kassels 1933-1945, Ein Gedenkbuch bearbeitet von Beate Kleinert und Wolfgang Prinz, Magistrat der Stadt Kassel-Stadtarchiv, Kassel 1986, https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-2013121644679/1/SchicksaleDerJudenKassels.pdf (30.6.2018);
Auszug aus der Übersicht über die Ziegenhainer Juden, übermittelt von Herrn Hans Gerstmann, Ziegenhain (24.9.2018);
The 1939 German \\\"Minority Census\\\" Database, Tracing the Past, https://www.census.tracingthepast.org/ (30.06.2018);
Stadtarchiv Kassel, Meldekarten von Bernhard, Frieda und Paula Dannenberg;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1936-1941, Grundlisten Franziskanergasse 4, Domstraße 68 ½, Bibrastraße 2 ½;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Paula Dannenberg und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
Informationen zu Paula Dannenberg in Verden/Aller, https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_im_Landkreis_Verden, http://www.regionalgeschichte-verden.de/Dateien/Stolpersteine/Buch_Stolpersteine_A4_300dpi.pdf, (30.06.2018);
Grabsteine Jüdischer Friedhof Kassel-Bettenhausen, http://grabsteine.genealogy.net/indilist.php?nachname=DANNENBERG&b=D, (30.06.2018).
Autorin / Autor Ingrid Sontag
Paten Frau Susann Bunya-Schön
   
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