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Mathilde Hasenberg, gesch. Akselrad, geb. Berger

 
geboren am 28.07.1907 in Nowy Zmigrod/Jaslo/Galizien
Straße  Büttnerstraße 15
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum08.09.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
am 08.09.1942 von Mechelen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet
   
Mathilde (Matylda) Berger wurde am 28. Juli 1907 in Nowy Zmigrod geboren. Ihre Eltern waren der Lederhändler Hensel (Henoch, Heinrich) Berger (Jg.1878) und Lea, geb. Berger ebenfalls aus Zmigrod. Sie hatte mindestens einen älteren Bruder namens Joseph (1903-1942).
Ihr Lebensweg bis zur Heirat und dem Zuzug nach Würzburg lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Ein Bruder ihres Vaters Joseph Berger zog 1914 mit Familie nach München. Möglicherweise ist sie schon in jungen Jahren nach Deutschland gekommen. Sie heiratete jedenfalls am 19.09.1927 den aus Bucaczowze bei Rohatyn stammenden Reisenden Moses Akselrad (Jg.1897). Dieser war 1913 nach Würzburg gezogen, wo Geschwister lebten. Nach der Militärzeit ab Anfang 1914 in Galizien meldete er sich dann Ende 1918 wieder in Würzburg an. Ab Mai 1928 wohnte das Ehepaar in der Büttnergasse 15, wo ein Jahr später am 5.5.1929 die Tochter Hannelore zur Welt kam. Dort lebte die Familie nur wenige Jahre zusammen bis Juni 1932.
Nach der Trennung zog Moses Akselrad in die Domstraße 68 und kehrte im Juni 1936 zurück nach Polen. Mathilde Akselrad, die ohne Beruf war, arbeitete als Hausangestellte und von 1938 bis zu ihrer Emigration im israelitischen Altersheim in der Konradstraße 3. Wo Mathilde zwischen 1932 und 1936 wohnte und arbeitete, lässt sich nicht mehr nachweisen. Belegt ist, dass sie zwischen November 1936 und April 1938 in der Herzogenstraße 3 bei Markus Stolz unterkam, und von dort erst zum Grafeneckart 14 und dann im Juli 1938 in die Konradstraße gezogen ist.
Bereits am 1. Mai 1938 besuchte Mathilde ihren Bruder Joseph, der in Antwerpen als Diamantarbeiter tätig war. Ein Jahr später emigrierte sie am 30. Juni 1939 endgültig nach Belgien in der Hoffnung nach England oder in die USA auswandern zu können. In Antwerpen wohnte sie unter verschiedenen Adressen. Im Januar 1941 erfolgt die Registrierung in Brüssel. Dort heiratete sie am 26. November 1941 Karl Hasenberg (Jg.1899) aus Elmshorn, der Ende 1939 von seiner ersten Ehefrau Eva geschieden wurde. Die beiden wohnten zusammen in der Rue Lefrancq 8. Während einer Razzia in der Nacht vom 3. auf den 4. September wurde Mathilde verhaftet und in die Kazene Dossin gebracht, das Sammellager für die Juden, die zur Deportation bestimmt waren. Der Zug nach Auschwitz verließ Mechelen am 9. September und kam am 10. September 1942 an. Dort verliert sich ihre Spur und man weiß nicht, wo und wann sie ermordet wurde.

Karl Hasenberg konnte untertauchen und half amerikanischen und englischen Piloten sowie Belgiern, die sich verstecken mussten. Er überlebte und starb im Alter von 70 Jahren in Belgien.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S.54;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1912-1935, Grundlisten Büttnergasse 15, Herzogengasse 3, Konradstraße 3;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de835351 und http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1052540 (13.2.2019);
Yad Vashem, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaust Opfer, https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=7840904&ind=0, https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=804588&ind=4, https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1724647&ind=1 (13.2.2019);
Tracing the Past – Mapping the Lives, https://www.mappingthelives.org/bio/0ac92877-691a-48bd-ae73-b414e70fc912 (123.02.2019);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Mathilde Akselrad und ihre Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
Stadtarchiv München , Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden, 1933-194, http://www.muenchen.de/rathaus/gedenkbuch/gedenkbuch.html;
Jewish Register (KD_00008), Jewish Museum of Belgium in Brussels;
Membership card of the Association des Juifs en Belgique (KD_00009, Jewish Association of Belgium, CEGESOMA in Brussels;
Transport VIII von Caserne Dossin(Malines-Mechelen), Lager, Belgien nach Auschwitz Birkenau, Vernichtungslager, Polen am 08/09/1942, The Kazerne Dossin barracks deportation lists (KD_00013), Directorate general War Victims in Brussels;
Zug der Erinnerung, Städte und Namen www.zug-der-erinnerung.eu (20.02.2019);

Bild: Copyright National Archives of Belgium.
Autorin / Autor Ingrid Sontag
Paten Frau und Herrn Vera und Helmut Utzschneider
   
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