Abendveranstaltung zur 29. Stolperstein-Verlegung am 18. März 2021

Während die Verlegungen der Stolpersteine normalerweise mit großem Publikum umgesetzt werden, machten sich die Einschränkungen durch die Pandemie bemerkbar: Ohne Gäste, aber dafür mit einem Kamerateam des Bayerischen Rundfunks traf sich ein kleiner Kreis an Mitwirkenden am 18.03.2021 im Keller Z87 des Bürgerbräus für eine Veranstaltung unter dem Titel „Verschwundene Nachbarn 1942“.

In seinem Grußwort verwies OB Christian Schuchardt auf die besorgniserregende Zunahme antisemitischer Vorfälle. Um Mitmenschen dafür zu sensibilisieren und dieser Entwicklung entgegenzuwirken, betonte er die positive Wirkung der Stolpersteine. Dr. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, schloss sich dieser Ansicht an und versicherte seine Unterstützung des Projekts. Die Stolpersteine fügen sich scheinbar unauffällig ins Stadtbild ein, regen aber vorbeilaufende Passant*innen zum Nachdenken an. Er freue sich, dass insbesondere in seiner Heimatstadt so viel Engagement für die Stolpersteine besteht.

Im Anschluss hielt der Historiker Dr. Roland Flade einen Vortrag über die Geschichte des Jüdischen Krankenhauses und der Altersheime in der Dürer- und Konradstraße. Den zweiten inhaltlichen Schwerpunkt des Abends setzte Maja Andert mit ihrem Vortrag zum Thema „Die Unsichtbaren – Alleinstehende jüdische Frauen und ihre Schicksale“.

Für 26 der ehemaligen Bewohner*innen des Jüdischen Altersheims, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen, sollten am Folgetag Stolpersteine verlegt werden. Darunter war auch Dr. Sprinz, ehemaliger ärztlicher Leiter des Krankenhauses. Zwei Schülerinnen der Maria-Ward-Schule in Würzburg trugen deshalb ihre Biographien vor.

Das Duo AMuse, Michiru Soeda (Violine) und Arseniy Strokovskiy (Akkordeon) gestaltete den Abend musikalisch mit.

Die Veranstaltung ist online verfügbar in der BR Mediathek: https://www.br.de/mediathek/video/gedenkabend-in-wuerzburg-stolpersteine-gegen-das-vergessen-av:6053b1278894b300134261b4