Stimmen zu den Stolpersteinen

In June 2011, my father, mother, sister, myself and our extended family travelled to Wurzburg in Germany for a memorial service and StolperSteine stone setting in front of the house of my grandparents—Alfred and Hella Hanauer – who were deported from Germany and murdered in the Jungfernhof concentration camp in Riga, Latvia in 1941. This was the first time that we as a family had the opportunity to mark my grandparent’s death, to receive information on how they died, to mourn for them and symbolically reunite them with my father. As I stood there at this ceremony and spoke, I felt the presence of grandparents in the audience. This was an important moment in my life and I hope a starting point for a long process of healing. Since this event, I have felt the need to explore and express my own and my family’s experiences through writing. This manuscript results from such a process. This autoethnographic investigation offers some insight into a consciousness influenced by a traumatic family history and the option, for me, of some personal salvation of meaning, however fluid and constructed that meaning may be at the time of writing.

 

David Hanauer, dessen Großeltern in Riga-Jungfernhof ermordet wurden und der überhaupt lebt, weil sein Vater mit einem Kindertransport nach England gekommen war, beschreibt seine Gedanken bei der Verlegung der Stolpersteine für seine Großeltern. David Hanauer war 2011 mit seiner ganzen Familie, inklusive seiner Eltern und Schwester, nach Würzburg gekommen. Er sagt, dass die Verlegung der Stolpersteine der „Familie das erste Mal die Möglichkeit bot, den Tod ihrer Großeltern zu würdigen.“ Wesentlich für ihn und seine Angehörigen war es, „Informationen über ihren Tod zu erhalten, sie zu betrauern und sie symbolisch mit dem Vater wieder zu vereinen.“ Während seiner Rede fühlte David Hanauer „die Gegenwart“ seiner „Großeltern in der Zuhörerschaft. Dies war ein bedeutender Augenblick in meinem Leben und der Anfang für einen langen Prozess der Heilung.“

Auszug aus: David I. Hanauer „Growing Up in the Unseen Shadow of the Kindertransport“: A Poetic-Narrative Autoethnography

„Der Eine oder die Andere stolpert auch gedanklich darüber, und gar nicht so wenige Menschen fangen das Denken an.“

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, am Tag der 29. Verlegung in Würzburg am 19.3.2021

„Unmissverständlich erinnern uns die Würzburger Stolpersteine im Alltag an die Not, die Diskriminierung und die Verfolgung bis hin zur Ermordung unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Zeit des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Die Würzburger Stolpersteine sind uns stete Mahnung, dass derartiges nie wieder geschehen darf. Und sie fordern uns auf, jeglichem Hass und jeder Diskriminierung mutig entgegenzustehen und für Offenheit und Miteinander einzutreten.“

Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg

Auch nach mehr als fünfundsiebzig Jahren stockt einem der Atem angesichts der unvorstellbaren Verbrechen, die während der Nazi-Diktatur in deutschem Namen begangenen wurden. Wir können diese Verbrechen nicht ungeschehen machen, aber wir können immer wieder daran erinnern! Wir müssen daher unsere Stimme erheben, damit sich solche Verbrechen nicht wiederholen. Die Würzburger Stolpersteine sind ein unübersehbares Zeichen, das den Opfern der gottlosen Nazi-Diktatur ihre Namen zurückgibt.

Erwin Dotzel, Präsident des Bezirkstags von Unterfranken

„Verfolgt“, „entehrt“, „ermordet“ – an das tragische Verbrechen gegenüber der jüdischen Bevölkerung während der NS-Diktatur erinnern die Würzburger Stolpersteine. Sie sind ein Zeichen gegen das Vergessen. Bewusst stehen bei den Steinen konkrete Einzelschicksale im Vordergrund. Denn jeder einzelne Mensch zählt. Zusammen mit dem Mahnmal der Judendeportation am Würzburger Hauptbahnhof halten die Stolpersteine die Erinnerung an das Leiden der jüdischen Familien in Würzburg dauerhaft wach.

Dr. Eugen Ehmann, Regierungspräsident von Unterfranken

Ein Stein.
Stolpern… .
Ein Mensch.
Eine Geschichte.
Eine Beziehung.

Stolpern über einen Stein ist der Anfang einer Lebensgeschichte und Verbindung.

Elisabeth Steinwachs

Wenn ich sehe, wer hier miteinander zusammenarbeitet, dann merke ich, wie wir die verbrecherischen Absichten Hitlers zunichte machen. Und wir helfen denen, die damals nicht leben durften, zu neuem Ansehen, zum “Weiterleben”, auch für Ihre Nachkommen.

Michael Stolz